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9/11: Identifizierung von Opfern dauert an
11.09.18

9/11: Identifizierung von Opfern dauert an

Ein Labor in New York arbeitet 17 Jahre nach den Anschlägen vom 11. September 2001 nach wie vor daran, Opfer auch formal zu identifizieren. Immer wieder gelingt es den Wissenschaftlern, DNA zu bestimmen, Opfer zuzuordnen und die sterblichen Über

Rund zwei Kilometer entfernt vom früheren World Trade Center in New York befindet sich dieses Labor.Hier werden Opfer identifiziert - 17 Jahre nach den Anschlägen vom 11. September 2001. Von den 2.753 Menschen, die damals ums Leben kommen, sind bis heute erst 1.642 formal ermittelt. Noch immer arbeiten Wissenschaftler akribisch daran, die DNA von Knochenfunden zu bestimmen.O-Ton Mark Desire, Labor-Chef:'Diese Überreste, 22.000 Überreste, die von Ground Zero geborgen wurden, waren den schlimmsten Bedingungen ausgesetzt, denen DNA ausgesetzt sein kann: Feuer, Kerosin, Diesel, Sonnenlicht, Wasser, Schimmel, Bakterien. All das zerstört die DNA und das alles gab es im Ground Zero.'Dennoch gelingt den Wissenschaftlern immer mal wieder die Identifizierung eines 9/11-Opfers. So wie in diesem Sommer, als die Identität von Scott Michael Johnson ermittelt werden konnte. Der damals 26-Jährige war Analyst und arbeitete im 89. Stockwerk in einem der Türme, als die Anschläge passierten.O-Ton Mark Desire, Labor-Chef:'Als forensischer Wissenschaftler bist du geschult, du bist neutral, unvoreingenommen, du lässt dich nicht persönlich involvieren. Beim World Trade Center ist das anders.'Bei der Identifizierung von 9/11-Opfern ist das Labor auf die enge Zusammenarbeit mit den Angehörigen angewiesen. Das kann zwar alte Wunden aufreißen. Viele empfinden es jedoch auch als Erlösung, die sterblichen Überreste ihrer Lieben endlich zu Grabe zu tragen.

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