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Anschläge in Sri Lanka - was bisher bekannt ist
22.04.19

Anschläge in Sri Lanka - was bisher bekannt ist

Nach den verheerenden Anschlägen in Sri Lanka macht die Regierung eine einheimische Islamistengruppe für die Bluttaten verantwortlich. Es wird geprüft, ob die Gruppe Unterstützung aus dem Ausland hatte.

Nach den blutigen Anschlägen in Sri Lanka geht die Regierung von einem islamistischen Hintergrund aus. Die Polizei hat mehrere Verdächtige festgenommen. Was bisher bekannt ist:Was ist geschehen?Am Ostersonntag erschüttern innerhalb kurzer Zeit mächtige Explosionen christliche Kirchen und Luxushotels in der Hauptstadt Colombo, in Negombo und an der Ostküste des Landes. In den Kirchen feiern katholische Gläubige gerade die Ostermesse. Alle sechs Anschläge werden von Selbstmordattentätern verübt. Stunden später erschüttern Explosionen in Vororten von Colombo zwei Gebäude. Am Abend wird in der Nähe des Flughafens eine Rohrbombe entdeckt und entschärft.Wer sind die Opfer?Bei den Anschlägen werden fast 300 Menschen getötet, hunderte weitere werden verletzt. Dutzende der Opfer sind Ausländer – aus Europa, den USA, China, Indien und Japan. Viele sind Katholiken. Es sind die bisher schwersten Anschläge auf die kleine christliche Minderheit in Sri Lanka. Wer steckt hinter den Anschlägen?Die Regierung macht eine einheimische Islamistengruppe für die Anschläge verantwortlich. Hinter den Anschlägen soll die Gruppe National Thowheeth Jama'ath (NTJ) stehen. Es wird geprüft, ob sie 'internationale Unterstützung' hatte. Die Polizei warnte kürzlich vor Anschlagsplänen der Gruppe. Sie berief sich auf Informationen eines 'ausländischen Geheimdiensts'. Untersucht wird nun, warum die Warnungen folgenlos blieben.Wie reagieren Regierung und Behörden?Zehn Jahre nach einem blutigen Bürgerkrieg mit tamilischen Rebellen ist die Sorge einer Spaltung zwischen den verschiedenen Ethnien und Religionen groß. Sri Lankas Regierung ruft die Menschen zu Einheit auf.Die Behörden haben die Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Online-Netzwerke wurden gesperrt. Es wurde eine Ausgangssperre verhängt. Ein Ausnahmezustand soll den Sicherheitskräften zusätzliche Befugnisse einräumen.

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