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Aufstieg und Fall der Öl-Hochburg Cotulla in Texas
14.04.19

Aufstieg und Fall der Öl-Hochburg Cotulla in Texas

In der 4000-Seelen-Gemeinde Cotulla in Texas dreht sich alles um die Erdölförderung. Das hat der Stadt zu Reichtum verholfen. Mit dem Fracking-Boom 2010 und dem anschließenden Absturz des Öl-Preises wendete sich das Blatt: Hotels mussten schließ

In Cotulla dreht sich alles um die Erdölförderung. Das texanische Städtchen mit rund 4000 Einwohnern gehört zu den US-Städten mit der höchsten Öl-Produktion.Als das Öl-Geschäft im Jahr 2010 wieder boomte, sprossen hier Hotels wie Pilze aus dem Boden. Einst waren es nur vier, zwanzig weitere sind dazugekommen. O-Ton Larry Dovalina, Stadtverwaltung:'Hier stand das teuerste Holiday Inn Express der gesamten USA. Ein Zimmer kostete zwischen 200 und 300 Dollar und das Hotel war immer komplett ausgebucht, es war kein Zimmer zu bekommen.'Das Geheimnis von Cotulla ist seine exponierte Lage. Die Kleinstadt liegt zwischen dem Permischen Becken und dem Großhafen von Corpus Christi. Zudem führt eine wichtige Handelsstraße an Cotulla vorbei nach Mexiko. 2010 begann in der Region der Fracking Boom. Plötzlich saßen die USA auf einem der größten Ölvorkommen der Welt. Die Folge: Der Ölpreis stürzte ab. Inzwischen hat sich die Branche zwar etwas erholt, doch die Unsicherheit bleibt.O-Ton Karl, aus Cotulla:'Wir haben die gesamte Infrastruktur geschaffen, um in diesem hohen Tempo zu arbeiten. Doch dann ging alles den Bach runter, Hotels mussten schließen, Leute verloren ihren Job. Wie das jetzt weitergeht ist fraglich.' Inzwischen geht es wieder aufwärts, der Preis für ein Barrel Öl liegt bei rund 60 Dollar.Die Hotels machten rund eine Million Dollar Umsatz – fast so viel wie zu ihren Hochzeiten. Die Stadt plant einen neuen Flughafen und will in die Rinderzucht investieren – damit das Öl-Geschäft Cotulla nicht ein weiteres Mal das Genick brechen kann.

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