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Bornemann und Köllner weg: 'Keine andere Möglichkeit gesehen'
12.02.19

Bornemann und Köllner weg: 'Keine andere Möglichkeit gesehen'

Mit überfälligen personellen Einschnitten versucht der 1. FC Nürnberg im Abstiegskampf doch noch eine Wende einzuleiten. Der bisherige Co-Trainer Boris Schommers und Club-Ikone Marek Mintal werden die Mannschaft des Tabellenletzten nach der Entl

O-Töne 1-4 Thomas Grethlein, Aufsichtsratsvorsitzender 1. FC Nürnberg- 'Wir haben nun gedacht, wir müssen doch etwas tun, um die minimale Chance auf den Klassenerhalt zu ermöglichen.'- 'Der Sportvorstand hat sein Schicksal mit dem des Trainers verbunden.'- 'Wir haben keine andere Möglichkeit gesehen, noch einen Impuls zu setzen.'- 'Wir werden mit Herrn Schommers und Marek Mintal zwei interne Trainer mit der Aufgabe betrauen.'SID xam tkWeitere Informationen:Nürnberg/Stuttgart (SID) Tabula rasa im Tabellenkeller: An einem ereignisreichen Dienstag haben die abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten 1. FC Nürnberg und VfB Stuttgart zum personellen Rundumschlag ausgeholt. Während beim Club nach der Entlassung von Trainer Michael Köllner und Sportvorstand Andreas Bornemann selbst der Aufsichtsrat von einem 'Kahlschlag an sportlicher Kompetenz' sprach, hat der VfB das Machtvakuum sofort mit einem prominenten Namen gefüllt.Der ehemalige Nationalspieler Thomas Hitzlsperger übernimmt den Posten des Sportvorstands von Michael Reschke, dessen Beurlaubung etwas überraschend kam, auch wenn seine Arbeit in den vergangenen Wochen immer kritischer beurteilt wurde. Ob der bislang glücklose VfB-Trainer Markus Weinzierl wie zuvor von Reschke angekündigt noch eine letzte Bewährungschance am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen RB Leipzig erhält, blieb zunächst offen.Hitzlsperger, bisher Präsidiumsmitglied und Direktor des Nachwuchsleistungszentrums bei den Schwaben, ließ großen Tatendrang durchblicken. 'Ich werde alles daransetzen, beim VfB die Kräfte für den Klassenerhalt zu bündeln und gleichzeitig in einem starken Team die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen', sagte der 36-jährige, der von 2005 bis 2010 als Profi für Stuttgart aufgelaufen war und mit dem Klub den deutschen Meistertitel (2007) gewonnen hatte.VfB-Präsident Wolfgang Dietrich, der ebenfalls in die Kritik geraten ist, schwärmte von Hitzlsperger als 'Fachmann, der nicht nur Sportkompetenz und die Nähe zum aktiven Profifußball mitbringt, sondern auch die notwendige Führungsqualität'. Reschke, der mit seinen Transfers trotz Ausgaben von knapp 50 Millionen oft daneben lag, traute man die Trendwende nicht mehr zu.Eine ähnliche Einschätzung hat in Nürnberg dazu geführt, dass in Bornemann und Köllner gleich die komplette sportliche Führung entlassen wurde. Eine tragfähige Folgelösung oder wenigstens eine klaren Plan präsentierte der Club vor dem Duell mit Tabellenführer Borussia Dortmund am Montag nicht. Auf der Bank wird der bisherige Co-Trainer Boris Schommers gemeinsam mit Club-Ikone Marek Mintal sitzen und die Mannschaft interimsmäßig führen.Einen Nachfolger für Köllner soll der neue Sportvorstand bestimmen. Dieser solle 'mit aller Sorgfalt', aber unter 'Hochdruck' gesucht werden, zehn Tage seien 'zu kurz', es werde aber auch keine acht Wochen dauern, betonte Aufsichtsratssprecher Thomas Grethlein, der einen 'Kahlschlag an sportlicher Kompetenz' zugab.Dass man sich trotzdem zu diesem Schritt entschloss, lag an Bornemanns Haltung, von Trainer Köllner trotz der Horrorbilanz von 15 Bundesligaspielen in Serie ohne Sieg nicht abrücken zu wollen. Im Aufsichtsrat war man klar anderer Meinung. 'Wir können nicht immer sagen, wir machen einfach so weiter. Wir mussten einen Impuls setzen', sagte Grethlein.Letztlich war es vor allem der erschreckende Pokal-Auftritt vor einer Woche beim Hamburger SV (0:1), der im Aufsichtsrat zum Umdenken führte. 'Wir wissen', sagte Grethlein, 'dass der Trainerwechsel kein Königsweg ist. Wir waren trotzdem der Überzeugung, wir sollten alles versuchen, um vielleicht die Liga zu halten.'SID js rd

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