Der Tagesspiegel Video
Botox und Beta-Blocker: Alles für Mini-Gravuren
14.09.18

Botox und Beta-Blocker: Alles für Mini-Gravuren

Graham Short macht Kunst auf der kleinstmöglichen Oberfläche. Der 72-jährige ist Miniatur-Graveur. Für die Kunst treibt der Brite seinen Körper ans Äußerste.

Große Kunst ganz klein. Der 72-jährige Brite Graham Short ist Miniatur-Graveur.O-Ton Graham Short, Miniatur-Graveur:'Um ihnen eine Idee der Größe zu geben, ich sage immer, dass ein Haar etwa 100 Mikrometer Durchmesser hat. Die kleinsten Gravuren sind etwa 4 Mikrometer groß.'Short hat Kunstwerke auf Nadeln, der Schneide einer Rasierklinge oder dem Ende einer Büroklammer eingraviert. Für seine Kunst treibt der Brite seinen Körper ans Äußerste. Um seinen Herzschlag niedrig zu halten, schwimmt Graham 10 Kilometer am Tag und nimmt bei der Arbeit Betablocker. O-Ton Graham Short, Miniatur-Graveur:'Ich arbeite von Mitternacht bis 5 Uhr morgens, um Vibrationen vom Verkehr auf der Straße zu vermeiden. Wenn ein Lastwagen draußen vorbeifährt, würde ich die Vibrationen spüren und meine Arbeit wäre ruiniert. // Alle drei Monate kriege ich Botox-Injektionen in meine Augenlieder, um sicher zu sein, dass die Muskeln während meine Arbeit nicht zucken.'Eine Gravur braucht meist mehrere Monate bis sie fertig ist. Die Werke werden in Galerien unter einem Mikroskop ausgestellt. Die kleinen Kunstwerke erzielen dabei große Preise. Dieses Porträt der Königin Elizabeth auf einem Goldtropfen in einem Nadelöhr wurde für umgerechnet 112.000 Euro verkauft.

schließen