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Brasiliens Amazonas-Regenwald droht radikaler Kahlschlag
26.10.18

Brasiliens Amazonas-Regenwald droht radikaler Kahlschlag

Sollte der Rechtsextreme Jair Bolsonaro die Präsidenten-Stichwahl in Brasilien wie erwartet gewinnen, dann droht im Amazonas-Regenwald ein radikaler Kahlschlag: Der Ex-Offizier, der die Zeit der Militärdiktatur verherrlicht und nach eigenen Wort

Brasiliens Amazonas-Regenwald gilt als grüne Lunge der Erde und als gigantischer Speicher von Treibhausgasen. Er ist Heimat zahlreicher Ureinwohner-Stämme und bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Geht es nach Jair Bolsonaro, dann droht in dem einzigartigen Ökosystem ein radikaler Kahlschlag mit dramatischen globalen Folgen.Der rechtsextreme Ex-Militär ist haushoher Favorit bei der Präsidenten-Stichwahl im größten Land Südamerikas und er will die Uhren in Sachen Umwelt- und Klimaschutz weit zurückdrehen.O-Ton Emilio La Rovere, Umweltforscher an der Universität von Rio de Janeiro:'In mehreren Bereichen beobachten wir Rückschritte. Das weckt Erinnerungen an die Zeit der Militärdiktatur. Damals galt Umwelt in der Entwicklungspolitik als Hindernis.'Bolsonaro will die Ministerien für Umwelt und Landwirtschaft zusammenlegen, die Land- und Viehwirtschaft am Amazonas massiv ausweiten und den Einfluss staatlicher Umweltorganisationen beschneiden.Sein politischer Rivale um das Präsidentenamt, Links-Kandidat Fernando Haddad, rechnet mit dem Schlimmsten:O-Ton Fernando Haddad, Präsidentschaftskandidat der Arbeiterpartei:'Sollte er tatsächlich gewählt werden, dann ist das der Anfang vom Ende Amazoniens.'Auch Brasiliens Ureinwohner müssen um ihre Zukunft bangen, wenn ihnen durch noch mehr Weideflächen und noch größere Staudämme die Lebensgrundlage entzogen wird.

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