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Bulgarien setzt auf müllsammelnde Rentner
13.09.18

Bulgarien setzt auf müllsammelnde Rentner

Sie prägen das Straßenbild von Sofia: Ältere Bürger, die in Müllcontainern nach Altglas, Altpapier, Pappe und Plastik wühlen. Mit ihrem täglichen Einsatz bessern sie ihre Renten auf – und leisten ganz nebenbei einen erheblichen Beitrag zur Müllt

Auf der Jagd nach Müll: In der bulgarischen Hauptstadt Sofia ist der Anblick von älteren Menschen, die in Müllcontainern nach Altpapier, Pappe, Plastik oder Altglas wühlen, alltäglich.Unermüdlich sind die Rentner auf der Suche nach verwertbaren Materialien im Einsatz – für einen Hungerlohn.O-Ton Penka, war früher Sekretärin:'Sieben Tage die Woche, für einen Euro 25 am Tag – auch wenn das etwas überschätzt ist – es macht ungefähr zehn Euro pro Woche, dafür bin ich sehr dankbar.'Das Müllsammeln ist jetzt Stoff für eine Theaterperformance. Die Vorstellungen finden vor Ort an den Müllcontainern statt.Upsound Schauspieler:'Ich sammle schon seit langer Zeit Müll. Ich schäme mich nicht. Denkt daran, es gibt keinen Job, für den man sich schämen muss.'Hinter der Performance stecken eine Umweltorganisation und ein Off-Theater. Ihnen geht es darum, die immense Bedeutung der Müllsammler für Sofia zu betonen. Rund 70.000 bis 100.000 Tonnen Müll recyceln diese jährlich. Das ist die Hälfte des Abfalls, der in der bulgarischen Hauptstadt pro Jahr insgesamt anfällt. Fest steht: Ohne die fleißigen Müllsammler könnte Sofia niemals seine Recycling-Ziele erreichen.

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