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Das Dorf der Puppen in Japans Bergen
23.04.19

Das Dorf der Puppen in Japans Bergen

Das Dorf Nagoro in den Bergen Westjapans leidet unter starkem Einwohnerrückgang und ist mittlerweile fast ausgestorben, aber es wird von ganz speziellen Gestalten bevölkert: lebensgroßen Puppen. Eine 69-jährige Bewohnerin fertigt sie seit 16 Jah

Es ist ruhig in Nagoro. Eigentlich herrscht in dem Dorf in den Bergen in Westjapan meistens Stille, denn hier leben nur noch 27 Menschen. Früher waren es rund zehn Mal so viele. Mittlerweile ist die Ortschaft vor allem von solchen lebengroßen Puppen bevölkert. Ayano Tsukimi stellt sie seit 16 Jahren her - damit sich das Leben trotz Bevölkerungsrückgangs nicht so einsam anfühlt. O-Ton Ayano Tsukimi, stellt die Puppen her:'Die erste Puppe, die ich gemacht habe, hat meinen Vater dargestellt. Ich habe ihr seine Kleider angezogen und in meinen Garten gestellt. Einige Leute in der Nachbarschaft dachten, es wäre wirklich mein Vater, sie haben ihn gegrüßt und meinten: 'Du bist ganz schön früh auf heute... ''.Mittlerweile kommen zehn Puppen auf einen Einwohner; rund 270 sind es insgesamt. Damit hat das Dorf qausi seine frühere Einwohnerzahl wiedererlangt. Und durch die Puppen ist es zu einer Touristenattraktion geworden.O-Ton Ayano Tsukimi, stellt die Puppen her:'Ich hoffe, dass wieder ein bisschen Leben einkehrt mit den Besuchern, die hierherkommen. Ich bin jetzt 69 Jahre alt. Über negative Sachen in der Zukunft will ich nicht zu viel nachdenken. Ich lebe im Jetzt und genieße jeden einzelnen Tag.'Wie Nagoro geht es vielen Orten in Japan. Die Alterspyramide steht auf dem Kopf, die Bevölkerung wird immer älter. Die Geburtenrate ist gering, und viele junge Leute suchen ihr Glück in den Städten. Ayano Tsukimi will weiter Puppen basteln, um ihrem sterbenden Dorf den Anschein von Leben einzuhauchen.

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