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Das Great Barrier Reef
13.01.20

Das Great Barrier Reef

Die gefürchtete Korallenbleiche hat Forschern zufolge große Teile des Great Barrier Reef im Meer vor der Ostküste Australiens zerstört. Neben dem Klimawandel gefährdet auch eine geplante riesige Kohlemine das Riff.

Das Great Barrier Reef ist das größte Korallen-Ökosystem der Erde. Es ist aus dem All zu sehen und erstreckt sich über rund 350.000 Quadratkilometer vor Australien. Es beherbergt 600 Korallen-, 1500 Fisch- und 3000 Weichtierarten.Die Unesco-Welterbe-Stätte ist Heimat seltener Arten wie Dugongs, auch Seekühe genannt, und der grünen Meeresschildkröte.Die globale Erwärmung bedroht das Riff in seiner Existenz. Im Jahr 2016 hat die gefürchtete Korallenbleiche ihr bisher größtes Ausmaß erreicht, 93 Prozent der Korallen sind davon betroffen. Zu der Bleiche kommt es bei anormalen Umweltbedingungen wie einem Anstieg der Wassertemperaturen. Die Korallen stoßen dann Algen ab, mit denen sie in Symbiose leben und die auch für ihre Färbung verantwortlich sind. Die Bleiche selbst führt zwar nicht direkt zum Tod der Korallen, sie werden aber empfindlicher für Krankheiten und sterben ab, wenn sie ihre Partner-Organismen nicht zurückgewinnen.Steigen die Treibhausgase im gleichen Ausmaß wie bisher, dann ist Experten zufolge in Zukunft alle zwei Jahre mit einer massiven Korallenbleiche zu rechnen. Riffe brauchen 15 Jahre, um sich von einem solchen Schock zu erholen. Große Teile des Great Barrier Reef könnten binnen Jahrzehnten absterben.Das Riff ist noch anderen Bedrohungen ausgesetzt wie Landwirtschaft, Küstenbebauung und räuberische Seesterne.Das Great Barrier Reef ist nicht nur Lebensgrundlage für tausende Arten sondern auch für die Tourismusbranche mit zehntausenden Jobs. Wissenschaftler fordern dringende Schutzmaßnahmen. Andernfalls droht das Great Barrier Reef unwiederbringlich verloren zu gehen.Quellen: Unesco, australische Regierung, ARC Centre of Excellence for Climate System Science

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