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Deutschland erkennt Guaidó als Venezuelas Interimspräsidenten an
04.02.19

Deutschland erkennt Guaidó als Venezuelas Interimspräsidenten an

Deutschland und viele andere europäische Staaten haben den Oppositionspolitiker Juan Guaidó offiziell als Übergangspräsidenten Venezuelas anerkannt. Sie sprachen Staatschef Nicolás Maduro damit die Legitimität ab, nachdem dieser ein Ultimatum zu

Im Machtkampf in Venezuela hat sich Parlamentspräsident Juan Guaidó selbst zum Interimsstaatschef erklärt - und wird nun von immer mehr EU-Staaten als solcher anerkannt. Dem linknationalistischen Staatschef Nicolás Maduro wird damit nach seiner umstrittenen Wiederwahl von immer mehr westlichen Ländern die Legitimität abgesprochen. Bundeskanzlerin Angela Merkel äußert sich bei einem Besuch in Japan zu dem Thema. O-Ton Angela Merkel (CDU), Bundeskanzlerin:'Bis gestern ist keine Wahl für eine Präsidentschaft ausgerufen worden. Deshalb ist Guaidó jetzt die Person, mit der wir darüber reden und von der wir erwarten, dass sie einen Wahlprozess möglichst schnell initiiert. Und für diese Aufgabe ist er der legitime Interimspräsident.'Die EU-Staaten hatten Maduro eine Frist für Neuwahlen gesetzt, diese ließ er verstreichen. Das Ergebnis der Wahl im Mai erkennen viele Staaten nicht an. Deutschland will so bald wie möglich Geld für humanitäre Hilfe zur Verfügung stellen.HO-Ton eiko Maas (SPD), Bundesaußenminister:'Neben der Hilfe, die wir in Nachbarländern für venezolanische Geflüchtete leisten, werden wir in einem ersten Schritt zusätzlich fünf Millionen Euro für humanitäre Hilfe zur Verfügung stellen, sobald Venezuela das zulässt.'Venezuelas Verbündeter Russland wirft den Europäern eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten Venezuelas vor. Sollte Maduro die Macht abgeben müssen, würde Russland einen wichtigen Verbündeten in Lateinamerika verlieren. Staaten wie die USA, Kanada und mehrere Länder Lateinamerikas haben sich bereits vor einiger Zeit hinter Guaidó gestellt.

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