Der Tagesspiegel Video
Erster Weltkrieg: Österreich-Ungarn und das Erbe der Monarchie
10.11.18

Erster Weltkrieg: Österreich-Ungarn und das Erbe der Monarchie

Hundert Jahre nach dem Ende des ersten Weltkrieges gehen Österreich und Ungarn ganz unterschiedlich mit dem Erbe ihrer Monarchie um: Während es in Österreich vor allem dazu dient, Touristen anzulocken, ist es in Ungarn Grundlage für den National

Touristen-Kitsch in einem Souvenirladen in Wien: Sissi und Mozart erinnern an die einst glorreiche Kaiserzeit und ziehen vor allem Besucher aus aller Welt magisch an. Vor einem Jahrhundert, nach Ende des Ersten Weltkriegs, wurde die K.-u.-K.-Monarchie aufgelöst. Österreich und Ungarn wurden getrennt. Sie mussten große Teile ihres Territoriums abgeben. In Österreich ist das heute kaum noch mehr ein Thema.O-Ton Oliver Rathkolb, Historiker:'Man pflegt sozusagen das imperiale Erbe, aber es ist nicht wirklich Bestandteil eines nationalen Selbstverständnisses geworden. Man hat auch in der Bevölkerung ein sehr naives, positives Bild von der Monarchie, von den Monarchen.'In Ungarn sieht das ganz anders aus. Der Zerfall des Königreich Ungarns nach dem Ersten Weltkrieg spielt im Weltbild ungarischer Nationalisten eine wichtige Rolle. Ministerpräsident Viktor Orban nimmt in seinen Reden immer wieder Bezug auf den Friedensvertrag von Trianon. O-Ton Oliver Rathkolb, Historiker:'Ungarn hat auch schon im Kommunismus und vor allem nach 1989 sich immer wieder als Opfer gesehen. Zuerst Opfer der Friedensverträge, dann Opfer des Kommunismus nach 1956 und dann als Opfer der Transformation nach 1989.'Hundert Jahre ist der Erste Weltkrieg nun vorbei. Doch sein langer Schatten reicht bis in die Gegenwart.

schließen