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'Friedhof der Kuscheltiere': Letzte Ruhe für Waldi und Co
28.02.19

'Friedhof der Kuscheltiere': Letzte Ruhe für Waldi und Co

Tierfriedhöfe sind in Deutschland im Kommen: Immer mehr Deutsche haben ein Haustier und wollen ihren Liebling nach dessen Tod nicht in einer profanen Tierkörperbeseitigungsanstalt verschwinden sehen. Auf dem Tierhimmel im brandenburgischen Telto

Ein ganz normales Grab ist dies nur auf den ersten Blick. Beigesetzt ist hier Alien, ein Zwergpinscher. Seit seinem Tod Ende 2017 kommt seine Besitzerin jeden Tag hierher, manchmal zwei Mal. Der Tierhimmel in Teltow südlich von Berlin ist ein Friedhof der etwas anderen Art. Die 66-jährige Karla Lemke ist dankbar, dass es diesen Ort gibt.O-Ton Karla Lemke, trauert um Alien:'Das hier ist ein Paradies für die Tiere. Und für uns natürlich auch.'Eigentümer des Friedhofs ist Ralf Hendrichs. Er und seine Frau waren entsetzt, als sie erfuhren, wie ihr geliebter Vierbeiner enden würde.O-Ton Ralf Hendrichs, Tierhimmel Teltow:'Da sagt der Gesetzgeber ganz klar: Das Tier muss in die Tierkörperbeseitigungsanstalt. Da wird es dann zerschreddert und weiterverarbeitet. Dann werden die Fette extrahiert, dann werden die verschiedensten Dinge noch daraus gemacht. Und das war dann auch mit unserem Hund passiert.' Im Tierhimmel ist alles anders. Seit der Eröffnung 2003 hat Hendrichs schon viele Tiere auf ihrem letzten Weg begleitet. Es gibt ein Krematorium, aber auch Gesprächsgruppen für trauernde Tierbesitzer, Kontakt zu Tierärzten mit psychologischem Hintergrund und Zubehör wie Schmuckurnen. Sebastian Oehlandt besucht mehrmals pro Woche das Grab seines verstorbenen Katers Hiro. Tierfriedhöfe wie diesen gibt es Dutzende in Deutschland. Nicht zuletzt ist es ein gutes Geschäft. Denn immer mehr Deutsche haben ein Haustier. Allein im Tierhimmel Teltow werden jedes Jahr mehr als 4000 Tiere beigesetzt.

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