Der Tagesspiegel Video
Gold-Hoffnung Mihambo: Mit '110 Prozent' zu Olympia
12.11.19

Gold-Hoffnung Mihambo: Mit '110 Prozent' zu Olympia

Nach ihrem WM-Triumph gilt Weitspringerin Malaika Mihambo auch als Topfavoritin auf Gold bei den Olympischen Spielen in Tokio. Die Sommerspiele haben für die 25-Jährige einen besonderen Stellenwert.

O-Ton 1-3, Malaika Mihambo, Weltmeisterin Weitsprung:- 'Für mich ist Olympia ein Gefühl. Die Verbundenheit verschiedener Nationen, verschiedener Sportarten. Dass alle miteinander an einen Ort kommen und friedlich ihren Sport machen.'- 'Dadurch, dass es nur alle vier Jahre stattfindet, hat es natürlich nochmal einen anderen Stellenwert und ist etwas Besonderes. Gleichzeitig ist es aber auch nur ein Wettkampf. Das ist das, was ich mir immer sage, damit ich die Olympischen Spiele nicht auf ein Podest stelle, was mir selbst mehr Angst einredet, als dass es mir im Wettkampf hilft.'- 'Ich freue mich auf jeden Fall darauf. Ich freue mich, dass diese Saison so gut verlaufen ist. Ich bin jetzt mit 110 Prozent da und freue mich auf den Weg nach Tokio.'SID xms ig weitere Informationen:Verstecken spielen. Seilspringen. Fangen. War alles viel spannender in der Welt der kleinen Malaika Mihambo, als den großen Stars auf der Bühne Olympia zuzuschauen. 'Als Kind war mir Olympia ziemlich egal', sagt die Weitsprung-Weltmeisterin im SID-Interview und lacht: 'Ich habe draußen gespielt, das war mir wichtiger als das, was im Fernsehen lief. Olympia war für mich damals sehr, sehr weit weg.' Damals.Heute ist Mihambo nach ihrem WM-Triumph von Doha und ihrem Riesensatz auf 7,30 m selber ein Star - und gilt für Tokio als Topfavoritin auf Gold. Nach vier Wochen als Backpackerin in Thailand greift die 25-Jährige wieder voll an. 'Ich bin froh, dass 2019 so gut gelaufen ist, dass ich meinen Urlaub so genießen konnte', sagt Mihambo: 'Und jetzt bin ich wieder zu 110 Prozent da'. Die Plackerei unter Trainer Ralf Weber geht wieder los, für diesen 4. August 2020 in Tokio. Es soll der nächste ganz große Tag in der Karriere von Mihambo werden.'Ich weiß, wie es sich anfühlt, bei einem Wettkampf in bester Verfassung am Anlauf zu stehen – mental und körperlich. Das ist etwas ganz Außergewöhnliches', sagt Mihambo, die sich in Doha 26 Jahre nach Heike Drechsler als zweite Deutsche zur Weitsprung-Weltmeisterin gekrönt hatte: 'Dieses Gefühl wieder zu erreichen, treibt mich an.' Als in Doha ihre 7,30 m auf der Anzeigentafel aufleuchteten und ihr klar war, dass diese Weite Gold bedeuten würde, habe sie 'eine Gänsehaut bekommen', sagt Mihambo: 'Das habe ich zuvor noch nie in meinem Leben. Dieses Gefühl, etwas wirklich Außergewöhnliches geschafft zu haben, war überwältigend und unheimlich bereichernd.' Olympia-Gold wäre wieder so etwas Außergewöhnliches. Erneut würde sie in die Fußstapfen von Drechsler treten, die 2000 in Sydney und acht Jahre zuvor in Barcelona gewann. Doch Mihambo strebt nicht nur nach Titeln, sie will ihre 'Grenzen austesten, das zählt für mich', sagt die Studentin der Umweltwissenschaften. Und Mihambo traut sich mittlerweile zu, ihre Grenze jenseits des Weltrekordes von Galina Tschistjakowa zu verschieben. Diese 7,52 m, gesprungen 1988 im damaligen Leningrad, 'schrecken mich jedenfalls nicht mehr ab', sagt Mihambo.'Ob ich es erreichen werde, weiß ich nicht. Es ist auf jeden Fall ambitioniert', sagt Mihambo: 'Aber um es überhaupt erreichen zu können, muss man an sich glauben. Deshalb arbeite ich jetzt an mir, damit ich noch mehr an mich glauben kann. Und wenn ich mich selbst und die Welt dann am Ende überraschen kann, wäre das natürlich einzigartig, unglaublich, super. Und mit Sicherheit ein weiterer Gänsehautmoment.'Ordentlich Kraft geschöpft hat Mihambo in ihrem Thailand-Urlaub. 'Ich war so lange weg wie noch nie. Es hat sehr viel Spaß gemacht', erzählt sie und schwärmt über ihre Begegnung mit Elefanten, das Tauchen und ihren Thai-Kochkurs. Doch jetzt rückt mehr und mehr der 4. August 2020 wieder in den Fokus. 'Es ist noch ein weiter Weg, aber natürlich freue ich mich auf den Tag', sagt Mihambo.SID ks cp

schließen