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Handel an der syrischen Front - Frieden für den Profit
05.09.18

Handel an der syrischen Front - Frieden für den Profit

Waren im Wert von mehreren Millionen Euro überqueren täglich den Checkpoint Morek an der Grenze zur syrischen Rebellen-Provinz Idlib – direkt an der Front. Hier legen die verfeindeten Parteien ihre Differenzen vorübergehend beiseite, um Handel z

Lkws beladen mit Benzin, Zucker oder Früchten. Sie überqueren den Kontrollpunkt Morek an der Grenze zur letzten Rebellen-Provinz Syriens Idlib. Denn trotz des Bürgerkriegs wird hier Handel betrieben. Die eine Seite des Checkpoints wird von Regierungstruppen kontrolliert, die andere Seite vom syrischen Ableger Al-Kaidas Hajat Tahrir al-Scham.O-Ton Abu al-Huda al-Sorani, Grenzverwalter von Al-Kaida in Syrien:'Der Grenzübergang wurde dank der Händler geöffnet, die Verbindungen zur Regierung haben. Sie haben interveniert, damit die Straße geöffnet wird. Nun können Fahrzeuge zwischen unserer Seite und der, der Regierung hin- und herfahren.'Unter anderem Gemüse, Kekse und Kleidung werden aus der Region Idlib exportiert. Benzin, Zucker und Autoersatzteile importiert. Morek ist der wichtigste Checkpoint, doch auch an anderen Stellen entlang der Grenze des Rebellen-Gebiets haben die verfeindeten Parteien halbamtliche Abkommen beschlossen, damit Handel stattfinden kann. Die syrische Regierung, Rebellen, Kurdenmilizen und Dschihadistengruppen profitieren somit vom Bürgerkrieg. O-Ton Alaa al-Hamid, Gemüsehändler:'Die Gebühren an den Übergängen und Kontrollstellen beeinflussen die Preise. Sie erhöhen den Endpreis.'Womöglich müssen die Profiteure demnächst ihre Geschäfte einstellen. Syriens Machthaber Baschar al-Assad hat in den vergangenen Wochen eine große Zahl von Truppen im Nordwesten des Landes zusammengezogen. Eine Offensive steht offenbar unmittelbar bevor.

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