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Hertha im Abstiegskampf: 'Keine einfache Situation'
20.01.20

Hertha im Abstiegskampf: 'Keine einfache Situation'

Für Hertha BSC ist nach dem ernüchternden 0:4 im ersten Rückrundenspiel gegen die Bayern wieder Abstiegskampf angesagt. Trainer Jürgen Klinsmann bewertet die Situation als schwierig, ist aber davon überzeugt, dass seine Arbeit zeitnah fruchten w

O-Töne 1-3, Jürgen Klinsmann, Trainer Hertha BSC- zur Niederlage gegen die Bayern: 'Die Jungs haben ihre Sache gut gemacht in der ersten Stunde. Der Elfmeter war der Knackpunkt im Spiel.'- zur Entwicklung seiner Mannschaft: 'Die Mannschaft wird immer mehr Glauben an sich finden, weil die Arbeit dann auch fruchten wird, die wir eingeleitet haben.'- zum Abstiegskampf: 'Das ist keine einfache Situation so ein Abstiegskampf. Der Prozess ist für viele auch nervenaufreibend.'SID xaf tkWeitere Informationen:Berlin, 19. Januar (SID) - Hertha-Trainer Jürgen Klinsmann wurde von Bayern-Coach Hansi Flick gleich zweimal tröstend umarmt, Münchens Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge und sein designierter Nachfolger Oliver Kahn feixten auf der Tribüne, und die Bayern-Stars tanzten vor ihren Fans: Rekordmeister München hat sich von seinem Ex-Trainer Klinsmann und der 'Berliner Mauer' nicht stoppen lassen und durch ein 4:0 (0:0) ein Ausrufezeichen im Titelkampf gesetzt.Die Elf von Münchens Trainer Flick setzte sich in einem Geduldsspiel gegen die extrem defensiven Hausherren durch Treffer von Thomas Müller (60.), Torjäger Robert Lewandowski (73./Foulelfmeter), Thiago (76.) und Ivan Perisic (84.) verdient durch. 'Vier Gegentore sind schon ein bisschen viel, aber am Ende ist es auch egal, ob zwei oder vier', kommentierte Klinsmann im Sky-Interview die Lektion für seine Mannschaft.Mit dem vierten Sieg in Folge vor 74.667 Zuschauern im ausverkauften Olympiastadion zogen die Bayern in der Tabelle an Borussia Mönchengladbach vorbei auf Platz zwei. Der Rückstand auf Spitzenreiter RB Leipzig beträgt weiter vier Punkte.Müller war auch aufgrund seines dritten Saisontreffers insgesamt zufrieden: 'Es gibt nichts Schöneres, als wenn erwachsene Männer hüpfen', sagte der Ex-Weltmeister mit Blick auf seine feiernden Kollegen.Die 'besondere Beziehung' zu Klinsmann, der Münchens Publikumsliebling vor elf Jahren zu den Bayern-Profis geholt hatte, hatte Müller für 90 Minuten ausgeblendet: 'Ich habe seinen Anruf noch auf dem Anrufbeantworter, als er mich zum Trainingslager eingeladen hat und ich auf dem Abi-Ball war', erzählte der frühere Nationalspieler augenzwinkernd, 'aber das hat im Spiel keine Rolle gespielt.'In seiner Analyse monierte Müller allerdings auch einen Schwachpunkt: 'Wir haben Hertha müde gespielt, aber wir waren in der ersten Halbzeit zu geduldig.' Umso höher bewertete der ehemalige WM-Torschützenkönig seinen Führungstreffer: 'Als der Knoten gelöst war, hat Hertha sich nicht mehr gewehrt.'Tatsächlich durfte Klinsmann, der knapp elf Jahre nach seinem Aus in München erstmals auf die Bayern traf, nur eine Stunde auf einen Coup hoffen. Für Hertha war es die erste Pleite nach zuvor vier Spielen ohne Niederlage unter dem ehemaligen Welt- und Europameister, dessen Trainer-Lizenz rechtzeitig zum Auftakt in die zweite Saisonhälfte verlängert worden war. 'Nach einer Stunde', resümierte Berlins Stürmer Davie Selke, 'kam die Qualität der Bayern zum Tragen. Wie die das ausgespielt haben, war schon stark.'Das Spiel begann wie von vielen erwartet: Die Berliner überließen den Münchnern weitestgehend den Ball und zogen sich weit zurück. Selbst die nominellen Außenstürmer Dodi Lukebakio und Javairo Dilrosun verteidigten tief.Bayerns Spielmacher Coutinho enttäuschte in dieser Phase auf der Suche nach Lösungen. Durch die zunächst wenig kreativen Momente der Gäste hing Lewandowski im Sturmzentrum größtenteils in der Luft. Die Berliner wagten sich lediglich über Konter in die gegnerische Hälfte.Nach der Pause schalteten die ersatzgeschwächten Bayern, bei denen neben den Langzeitverletzten auch Joshua Kimmich gesperrt fehlte, einen Gang hoch. Vor allem Ivan Perisic fand immer besser ins Spiel. Nachdem der Kroate selbst zwei Chancen (53. und 58.) vergeben hatte, legte er Müllers Tor per Kopf auf.Auch Lewandowski wurde immer besser. Nachdem sein erster Treffer wegen eines Fouls gegen Hertha-Torhüter Rune Jarstein nach Videobeweis noch aberkannt worden war, ließ er sich die Chance beim Elfmeter zum 2:0 nicht nehmen. Lukas Klünter hatte zuvor Leon Goretzka gefoult. Thiago und Perisic machten mit ihren Toren alles klar. 'Der Elfmeter hat uns das Genick gebrochen', konstatierte Klinsmann und richtete den Blick nach vorn: 'Wir müssen gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte punkten, und das werden wir auch.'SID js dk om

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