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IS-Leichen vergiften Mossul
23.01.18

IS-Leichen vergiften Mossul

In den Straßen von Mossul liegen noch Monate nach der Vertreibung der IS-Miliz verwesende Leichname von getöteten Dschihadisten auf den Straßen oder verschüttet unter den Trümmern. Behörden und Ärzte warnen vor dem Ausbruch von Krankheiten.

Unzählige verwesende Leichname liegen im irakischen Mossul offen herum. Es sind getötete Mitglieder der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat. Drei Jahre hatte der IS die zweitgrößte Stadt des Iraks in seiner Gewalt. Im Sommer 2017 wurde die Miliz nach heftigen Kämpfen mit den Streitkräften vertrieben. Der Zivilschutz fühlt sich nur für die Bergung der zivilen Opfer zuständig; für die Leichname der IS-Kämpfer sei die Stadt zuständig. Die allerdings sagt, sie sei der Aufgabe alleine nicht gewachsen. Die Bergung ist gefährlich. Bei den Leichnamen befinden sich oft noch scharfe Sprengsätze.O-Ton Abdel Sattar al-Habbu, Leiter der Stadtverwaltung:'Die Stadtverwaltung von Mossul hat mehr als 450 Leichname von IS-Mitgliedern beseitigt. Es befinden sich noch hunderte Leichname in den Trümmern, an die wir nicht herankommen und die in der Zukunft Krankheiten verursachen könnten.'Auch Ärzte warnen vor Krankheiten. Viele Bürger trauen sich nicht in ihre Häuser und Läden zurück, aus Angst, sich anzustecken. Sollte Regen einsetzen, droht weitere Gefahr. Dann würde das Wasser die Verwesungsstoffe aus den Leichen ausspülen. Steigende Pegel könnten die verwesenden Leichname am Ufer des Tigris mit sich reißen und das Wasser vergiften. Kläranlagen gibt es nicht mehr: Sie wurden in den Kämpfen zerstört.

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