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Kambodschas Bildungssystem - zwischen Elite und Armut
28.07.18

Kambodschas Bildungssystem - zwischen Elite und Armut

Am Sonntag finden in Kambodscha Parlamentswahlen statt. Ministerpräsident Hun Sen hat Bildung zu einem Schwerpunkt seines Wahlkampfs gemacht. Obwohl immer mehr Gelder in Schulen und Universitäten investiert werden, ist die Kluft zwischen der Bil

Diplomverleihung in einer Universität in Phnom Penh. Ministerpräsident Hun Sen hat Bildung zu einem Schwerpunkt seines Wahlkampfs gemacht. Die Bildungsausgaben in Kambodscha sind auf mehr als 730 Millionen Euro gestiegen - ein Viertel des gesamten Staatshaushalts. 'Schulen der neuen Generation', wie diese in Phnom Penh, eröffnen im ganzen Land. In den Klassenzimmern gibt es nun Tablets, auch Informatikkurse werden angeboten. Viele finden das elitär. Ein Vorwurf, gegen den sich der Schulleiter wehrt.O-Ton Sam Kamsann, Schulleiter:'Diese Schulen sind nicht nur für Kinder hochrangiger Beamter oder für die Reichen oder Erfolgreichen. Wir vergeben 30 Prozent der Plätze an Kinder aus armen Familien und helfen allen Schülern auf faire Weise.'Hundert Kilometer weiter zeichnet sich ein ganz anderes Bild. Die Klassenzimmer sind spärlich ausgestattet, das Gebäude marode. Die Kreide müssen die Lehrer aus eigener Tasche zahlen.O-Ton Yi Sareth, Lehrer in Kampong Chhnang:'Wenn es regnet, tropft Wasser durch das Dach. Die Bücher der Schüler werden nass oder sind komplett ruiniert. Es ist sehr schwierig, wenn es regnet - wir können nicht lernen, weil die Geräusche des Regens auf dem Dach zu laut sind.'Das Schulsystem in Kambodscha wurde in den 70er Jahren von den Roten Khmer völlig zerstört, die Lehrer als Feinde der kommunistischen Regierung hingerichtet. Trotz der Bemühungen um den Wiederaufbau kann Kambodscha noch nicht mit seinen Nachbarländern mithalten.

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