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Meisterschaft rückt näher: Bayern gewinnen auch in Leverkusen
06.06.20

Meisterschaft rückt näher: Bayern gewinnen auch in Leverkusen

Auf dem Weg zur achten Meisterschaft in Folge lässt sich Bayern München auch von Bayer Leverkusen nicht stoppen. Trainer Hansi Flick lobt die Mentalität seiner Mannschaft, sein Gegenüber Peter Bosz hadert mit eigenen Fehlern.

O-Ton 1, Hansi Flick, Trainer Bayern München:... zum Spiel: 'Am Ende geht es darum, dass man Spiele gewinnt, das hat das Jahr 2020 eindrucksvoll gezeigt. Die Mannschaft lässt nie nach, sie ist heute zurückgekommen nach anfänglichen Problemen. Das zeigt die Qualität, die wir haben, aber auch die Mentalität, die Einstellung. Wir wollen Meister werden, alles andere ist Beiwerk.'O-Ton 2, Peter Bosz, Trainer Bayer Leverkusen:zum Spiel: 'Wir haben heute gegen eine Top-Mannschaft verloren. Schon in den ersten 30 Minuten habe ich gespürt, dass wir nicht in unserer Top-Verfassung waren. Das hat sehr viel mit Bayern zu tun, aber auch mit uns. Wir haben zu viele Fehler gemacht.'SID lcweitere Informationen:Ohne Kai Havertz war Bayer Leverkusen gegen Fast-Meister Bayern München chancenlos. Der Tabellenführer marschiert nach dem 4:2 in der BayArena weiter in Richtung achtem Titel in Folge.Leverkusen (SID) Hansi Flick war seine Zufriedenheit anzusehen. Der Cheftrainer von Bayern München klatschte mit strahlendem Gesicht mit Kapitän Manuel Neuer ab, durch das souverän herausgespielte 4:2 (3:1) bei Champions-League-Aspirant Bayer Leverkusen wurde eine weitere wichtiger Etappe auf dem Weg zum achten Meistertitel in Folge erfolgreich bewältigt.'Es hat zwar eine gewisse Zeit gebraucht, aber wir waren die bessere Mannschaft', resümierte Neuer, 'dann haben wir eiskalt zugeschlagen.' Leon Goretzka analysierte die jüngste Erfolgsserie: 'Wir schaffen es gut, uns in den Matchday-Modus zu bringen.'Dank der Treffer von Kingsley Coman (27.), Goretzka (42.), Serge Gnabry (45.) und Robert Lewandowski (66.) lösten die Bayern die wohl schwerste verbliebene Aufgabe im Saisonendspurt in meisterlicher Manier. Der Rekordtitelträger benötigt auf dem Weg zu seiner 30. Meisterschaft nur noch maximal zwei Siege aus vier Partien.Trotz der Heimpleite gab es für Bayer auch einen Grund zur Freude. Teenager Florian Wirtz avancierte mit seinem Treffer zum Endstand (89.) zum jüngsten Bundesliga-Torschützen mit 17 Jahren und 34 Tagen der Geschichte. Er löste den Dortmunder Nuri Sahin (17 Jahre und 82 Tage) ab. Außerdem war Lucas Alario (9., Videobeweis) für die Werkself erfolgreich.Der FCB wahrte damit auch im fünften Spiel nach dem Restart seine weiße Weste und feierte insgesamt den neunten Sieg in Serie in der Bundesliga. Zudem nahm der Rekordchampion Revanche für das 1:2 im Hinspiel.Bei Bayer musste Jungstart Kai Havertz im Duell gegen die Bayern aufgrund muskulärer Probleme passen, er saß mit Maske auf der Tribüne. Ohne den 20-Jährigen fehlte dem Werksteam der nötige Esprit.Bayer-Trainer Peter Bosz hatte sich vor der Partie als Fan des Tabellenführers geoutet. 'Ich genieße, wie Bayern spielt', sagte der Niederländer: 'Das ist etwas für Fußball-Liebhaber. Das ist, wie Fußball gespielt werden sollte.' Am Ende wurde er in seiner Ansicht bestätigt, seine Schützlinge hatten keine Chance.Daran änderte auch die Bayer-Führung nichts. Im weiteren Verlauf versuchten die Bayern die Werkself etwas rauszulocken und selbst zu kontern - mit Erfolg. Nach Ballverlust von Moussa Diaby traf Coman alleine vor Hradecky ins lange Eck, Goretzka vollendete aus 16 Metern einen Konter nach Eckball der Bosz-Elf. Die nun sehr hoch stehenden Gastgeber befanden sind in den letzten fünf Minuten vor der Pause im Tiefschlaf. So tauchte Gnabry innerhalb von 60 Sekunden gleich zweimal mutterseelenallein vor Hradecky auf und vollendete im zweiten Versuch per Lupfer. Bosz reagierte zur Pause mit einem Dreifachwechsel und einer Umstellung auf Viererkette, doch es half nur wenig. Bis auf zwei harmlose Distanzschüsse von Diaby (48./63.) kamen die mutig nach vorne spielenden Rheinländer aber nicht zu Abschlüssen. Stattdessen ließ die Flick-Elf auf der Gegenseite zunächst durch Gnabry (64.) einen Hochkaräter liegen, ehe Lewandowski per Kopf sein 30. Saisontor erzielte. Bayer-Teenager Wirtz sorgte für den Schlusspunkt und einen Bundesliga-Rekord.

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