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Merkel und Tsipras: Vereint im Mazedonien-Streit
11.01.19

Merkel und Tsipras: Vereint im Mazedonien-Streit

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der griechische Regierungschef Alexis Tsipras galten lange Zeit nicht gerade als Freunde, doch im Streit um den Namen der Republik Mazedonien ziehen beide an einem Strang. Bei einem Besuch in Athen versuch

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras und Bundeskanzlerin Angela Merkel - das Verhältnis der beiden Politiker war besonders während der Euro-Krise angespannt. Doch inzwischen hat Griechenland den Euro-Rettungsschirm verlassen und verzeichnet Überschüsse. Und Merkel und Tsipras haben inzwischen ein gemeinsames Anliegen: Eine Einigung Athens mit dem Nachbarland Mazedonien.Jahrelang lagen sich die beiden Länder über den Namen der Republik in den Haaren. Unlängst einigte sich Tsipras mit dem mazedonischen Regierungschefs Zoran Zaev auf die Bezeichnung 'Nord-Mazedonien'. Der Name soll eine Verwechslung mit der griechischen Region Makedonien verhindern. In wenigen Tagen soll das griechische Parlament über die Einigung abstimmen, doch Tsipras' rechtsextremer Koalitionspartner lehnt den Staatsnamen strikt ab. Auch die konservative Opposition ist gegen die Einigung. Sie führt in allen Meinungsumfragen und setzt deshalb auf ein Scheitern Tsipras' und Neuwahlen. Merkel wiederum wünscht sich ein 'Ja', weiß aber auch, dass Ratschläge aus Deutschland in Athen eher schlecht ankommen.O-Ton Angela Merkel (CDU), Bundeskanzlerin:'Ich werde mich jetzt nicht in die innergriechischen Pläne der unterschiedlichen Parteien einmischen. Ich werde allerdings dafür werben, dass die Frage des Namensstreits beendet werden kann. Ich überschätze meine Rolle nicht.'Bei einer Absegnung des Vertrags in beiden Ländern stünde Mazedonien der Weg in die EU und in die Nato offen. Bislang hatte Griechenland entsprechende Anfragen blockiert.

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