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Mietmarkt extrem: Mit 2500 Euro netto obdachlos
16.03.19

Mietmarkt extrem: Mit 2500 Euro netto obdachlos

Als Objektschützerin bei einer High-Tech-Firma im Silicon Valley verdient Elizabeth umgerechnet knapp 2500 Euro im Monat. Für eine Wohnung reicht das bei weitem nicht, deshalb lebt die 59-Jährige in ihrem Auto. Durch die gut bezahlten Mitarbeite

Ein Parkplatz in San Jose im Silicon Valley. Hier lebt Elizabeth, in ihrem Auto. Gerade frühstückt sie. Es gibt Dosenkost. Als Objektschützerin verdient sie umgerechnet knapp 2500 Euro im Monat. Im Silicon Valley, wo die US-Technikkonzerne wie Facebook und Google ihren Sitz haben, ist das ein Hungerlohn. Eine normale Zweizimmerwohnung kostet hier 3300 Euro pro Monat.O-Ton Elizabeth:'Wenn man nur 15 Dollar die Stunde bekommt, braucht man nicht an die Zukunft denken. Man muss sich daran gewöhnen, und braucht immer einen Plan B oder C. Ich habe kein Geld für ein neues Auto und ich kann nichts sparen, um das hier reparieren zu lassen. Ich kann nicht mal genug sparen, um von hier weg zu gehen. Ich sitze in der Falle!'Um mehr Geld zu verdienen, macht sie oft Doppelschichten oder geht nebenbei putzen. Dennoch reicht ihr Lohn nicht für eine Wohnung. Denn durch die gut bezahlten Mitarbeiter der High-Tech-Firmen sind die Mieten hier ins Unermessliche gestiegen. O-Ton Elizabeth:'Wir sind die, die putzen, die Essen zubereiten und servieren. Und wir sorgen dafür, dass die Gebäude sicher sind. Wir sind irgendwie unsichtbar. Niemand denkt an uns, wenn er an das Silicon Valley denkt. Da denkt man an eine kleine Kaste von Ingenieuren, die viel Geld verdienen.'Andere suchen sich eine Wohnung in hunderten Kilometern Entfernung, wo es billiger ist. Dafür stehen sie dann stundenlang im Stau, um überhaupt zur Arbeit zu kommen.

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