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Mossul feiert Ramadan in neuer Freiheit
29.05.18

Mossul feiert Ramadan in neuer Freiheit

Nach drei Jahren IS-Herrschaft feiern die Menschen in der irakischen Metropole Mossul Ramadan in neuer Freiheit. Jetzt dürfen sie auch alte Bräuche wieder aufleben lassen, wie dem Trommeln zum Suhur – dem Mahl vor Sonnenaufgang.

Ramadan in Mossul. Trommeln wecken die gläubigen Muslime zum Mahl vor Sonnenaufgang – dem Suhur.Jeden Tag gehen diese jungen Männer im Westen Iraks dem alten Brauch nach, der sich 'Messaharati 'nennt. Während der dreijährigen Herrschaft der radikalislamischen IS-Miliz war dies verboten.O-Ton Rajan Chalidi, lässt alte Bräuche aufleben:'Während der IS-Herrschaft war „Messaharati Sünde. Doch nachdem die Stadt befreit wurde, haben wir uns entschlossen, die alten Bräuche wieder aufleben zu lassen. Trotz neuer Technologien, wollten wir die alten Traditionen wiederhaben.'Es ist der erste Ramadan seitdem die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat aus der irakischen Metropole vertrieben wurde. Jetzt darf der Ramadan wieder festlich zelebriert werden. Für Bedürftige werden wieder Tische mit einer kostenlose warmen Mahlzeit zum Fastenbrechen aufgestellt.Die IS-Herrschaft hat in Mossul viele Spuren hinterlassen – vor allem im Westteil. An alte Traditionen anzuknüpfen gibt vielen Menschen neuen Mut.O-Ton Abdelkarim Hassan, Einwohner von Mossul:'Früher haben morgens zwei Prediger zum Suhur gerufen. Doch die IS-Miliz hat alle Moscheen zerstört, deswegen hat uns kein Prediger mehr geweckt.'Auch Zigaretten, Wasserpfeifen und Alkohol waren während der IS-Herrschaft verboten. Frauen wurden gezwungen, sich zu verschleiern und die Öffentlichkeit zu meiden.Doch jetzt liegt er wieder in der Luft: der süße Duft der Freiheit.

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