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Nagelsmann vor TSG-Abschied: 'Hoffenheim war ein Trendsetter'
16.05.19

Nagelsmann vor TSG-Abschied: 'Hoffenheim war ein Trendsetter'

Am Samstag endet die Ära von Trainer Julian Nagelsmann bei der TSG Hoffenheim. Für den 31-Jährigen war die Zeit bei den Kraichgauern eine 'Win-win-Sitaution'.

O-Ton 1-4, Julian Nagelsmann, Trainer TSG Hoffenheim:- 'Es war eine Win-win-Situation für die Spieler und mich.'- 'Die Mannschaft war immer sehr angenehm zu führen, was mit der Verkündung des frühen Abschiedes hätte Gefahren birgen können.'- 'Es geht darum, über 90 Minuten einen guten Job in Mainz zu machen.'- 'Hoffenheim war ein Trendsetter, was die jungen Trainer angeht. Ich bin froh, dass die Fragen zu meinem Alter weniger wurden. Ganz aufgehört haben sie auch jetzt noch nicht.'SID xad mpweitere Informationen:Sinsheim (SID) Julian Nagelsmann hielt ein paar Sekunden inne, der Kloß im Hals machte sich bemerkbar. 'Jetzt muss ich kurz schlucken', sagte der scheidende Trainer des Fußball-Bundesligisten TSG Hoffenheim sichtlich bewegt. 'Ich habe einen Traumjob, der sehr erfüllend ist - aber er hat auch negative Seiten', verriet der 31-Jährige vor seinem letzten Spiel als TSG-Coach am Samstag beim FSV Mainz 05 (15.30 Uhr/Sky): 'Ich habe sehr wenig Zeit, und ich vermisse meine Familie.'Das wird sich allerdings nicht ändern, wenn Nagelsmann ab der kommenden Saison den Hoffenheimer Ligarivalen RB Leipzig betreut. 'Ich werde am Sonntag traurig sein, wenn ich vom Hof fahre', äußerte der Coach, der nach 1192 Tagen im Amt die Kraichgauer verlässt: 'Viele Mitarbeiter hatte ich schon im Arm, die haben ein paar Tränen vergossen.'An die Angestellten des Klubs dachte Nagelsmann auch beim Blick zurück. 'Das größte Vermächtnis ist es, dass man unseren Kader für 200 Millionen Euro verkaufen könnte. Das garantiert dem Verein wahrscheinlich auf Jahrzehnte Bundesliga-Fußball. Das sichert den Mitarbeitern den Job', betonte der gebürtige Landsberger: 'Das wiegt mehr als jede Champions-League-Teilnahme. Darauf bin ich am meisten stolz.'Was ihn selbst angeht, freute sich Nagelsmann am meisten darüber, dass er im Kraichgau authentisch sein durfte. 'Das Schönste im Leben ist es, wenn man zu 100 Prozent man selbst bleiben kann. Das war mit der Mannschaft so', berichtete der Trainer: 'In dieser Gruppe konnte ich immer so sein, wie ich bin. Ich musste mich nicht verstellen. Das ist das größte Kompliment, dass ich der Mannschaft machen kann. Ein größeres wird sie nicht kriegen.'Wie emotional es in Mainz werden wird, konnte der Coach nicht sagen. Nach dem letzten Heimspiel am vergangenen Samstag gegen Werder Bremen (0:1) war die eher lieblose Verabschiedung vom eigenen Anhang schon nach wenigen Minuten vorbei. Es schien fast so, als ob die Ereignisse der vergangenen Wochen ihre Spuren hinterlassen hatten.Nagelsmanns Schelte für Teile der Zuschauer, die sportliche Negativserie (drei Partien ohne Sieg), die Kritik von seinem Musterschüler Andrej Kramaric sowie der Abgang von den Leistungsträgern Kerem Demirbay (Bayer Leverkusen) und Nico Schulz (voraussichtlich Borussia Dortmund) ließen offenbar keinen schöneren Rahmen zu.Dabei hätte Nagelsmann, der von seinem früheren Assistenten Alfred Schreuder beerbt wird, fraglos mehr verdient gehabt - auch wenn der Europapokal-Einzug fraglich ist. Schließlich rettete der Coach den Klub von Mehrheitseigner Dietmar Hopp zunächst vor dem Abstieg, bevor er ihn in die Europa League und in die Champions League führte.Zukünftig will Nagelsmann mehr - er möchte Titel gewinnen. Zuletzt hatte er angekündigt, dass er in zehn Jahren nur noch dann Trainer sein wolle, wenn er bis dahin noch keine Trophäen geholt habe. Danach möchte Nagelsmann eine 'Firma für Freizeitaktivitäten' gründen.Dass Nagelsmann mit RB um Titel spielen wird, steht für Nationalspieler Serge Gnabry von Rekordmeister Bayern München außer Frage. 'Er ist ein Fanatiker, das färbt auf seine Spieler ab', sagte der ehemalige Schützling des Trainers bei DAZN und Spox: 'Ich glaube, dass sie in den kommenden Jahren zu einer Großmacht heranreifen werden.'SID as rd

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