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Nigeria zwingt Binnenflüchtlinge zurück - trotz Boko Haram
31.08.18

Nigeria zwingt Binnenflüchtlinge zurück - trotz Boko Haram

Trotz der anhaltenden Gefahr durch Islamisten müssen in Nigeria zehntausende Binnenflüchtlinge in ihre verwüstete Heimatregion zurück. Präsident Muhammadu Buhari, der für seine Wiederwahl kämpft, braucht Erfolgsmeldungen im Kampf gegen Boko Hara

Flüchtlingslager wie dieses sind in letzter Zeit viele im Nordosten Nigerias entstanden. Die Armee wandelt Städte, die von der Dschihadistenmiliz Boko Haram verwüstet wurden, in Stützpunkte um. Von dort aus sollen Soldaten umliegende Camps beschützen und Hilfsorganisationen Unterstützung leisten.Für Fadi Ali waren die vergangenen drei Jahre eine einzige Flucht vor Boko Haram. Ein Armee-Konvoi las sie auf und brachte sie in das Lager Pulka für Binnenflüchtlinge. O-Ton Fadi Ali, floh vor der Dschihadistenmiliz Boko Haram: 'Seit mehr als einem Monat bin ich nun hier. Sie haben meine Großmutter abgeschlachtet, meinen Ehemann und zwei meiner Kinder. Es waren viele, sie kamen aus den Bergen.'In dem Konflikt wurden bisher mehr als 20.000 Menschen getötet und gut zweieinhalb Millionen weitere in die Flucht getrieben. Die meisten von ihnen sind Binnenflüchtlinge. Viele andere fliehen ins Ausland. In Deutschland standen Nigerianer im Juli an fünfter Stelle bei den Asylbewerberzahlen.Boko Haram will im Nordosten Nigeria einen Gottesstaat errichten. Trotz der andauernden Gefahr lässt die Regierung zehntausende Binnenflüchtlinge in ihre Heimatregion zurückbringen. Präsident Muhammadu Buhari braucht Erfolge im Kampf gegen Boko Haram, im Februar 2019 stellt er sich zur Wiederwahl.

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