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Öko-Bestattung: Leichen als Kompost
25.05.19

Öko-Bestattung: Leichen als Kompost

Im US-Bundesstaat Washington gibt es bald eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Sargbestattungen: das Kompostieren. Dabei werden die sterblichen Überreste von Menschen mit verschiedenen Stoffen vermischt, um die Verwesung zu beschl

Im US-Bundesstaat Washington soll es ab dem Frühjahr 2020 eine Alternative zu herkömmlichen Bestattungen geben: das Kompostieren. Die Methode ist umweltfreundlich und liegt damit im Trend. Davon profitieren möchte das Start-up Recompose.O-Ton Katrina Spade, Gründerin von 'Recompose':'Die Auswirkungen von Beerdigungen und Einäscherungen auf die Umwelt sind ziemlich stark. Bei Einäscherungen werden fossile Energieträger genutzt und es gelangen Partikel in die Atmosphäre – zum Beispiel Kohle und Quecksilber.'Zusammen mit einer Universität entwickelte das Unternehmen ein Verfahren weiter, das schon seit Jahrzehnten in der Landwirtschaft bei Tierkadavern eingesetzt wird. Dabei kommen die sterblichen Überreste zusammen mit Stroh, Holzspänen und Pflanzenresten in einen speziell geformten Stahlbehälter, um die Verwesung zu beschleunigen. Mikroben bauen das organische Material in 30 Tagen ab. Übrig bleibt etwa ein Kubikmeter Erde.O-Ton Grace Seidl, unterstützt das Kompostieren:'Zu Lebzeiten beanspruchen wir die Erde schon sehr stark. Wir essen, verschmutzen und benutzen Plastik. Als Letztes möchte ich nichts von der Erde nehmen, sondern der Natur etwas zurückgeben.'Für die Kompostierung Verstorbener will das Unternehmen knapp 5000 Euro verlangen. Das ist etwas mehr als die Kosten einer Feuerbestattung und etwas weniger als eine klassische Bestattung im Sarg.

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