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Partnersuche in Mossul nach der IS-Herrschaft
11.05.18

Partnersuche in Mossul nach der IS-Herrschaft

Nach drei Jahren unter islamistischer Kontrolle wollen die Bewohner der irakischen Stadt Mossul wieder in ihren Alltag finden; besonders für viele junge Menschen bedeutet das, endlich zu heiraten und eine Familie zu gründen. Viele Männer sind ab

Jahrelang war die irakische Stadt Mossul in Händen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat. An Zukunftsplanung war in der Zeit für viele gar nicht erst zu denken. Inzwischen ist die zweitgrößte Stadt im Land wieder unter Kontrolle der Regierung und auch die jungen Iraker wollen ihr Leben normal weiterführen – dazu gehört für viele, endlich zu heiraten. O-Ton Saadia Hussein, lebt in Mossul:'Unser Problem sind die vielen unverheirateten Frauen, weil die Umstände durch die islamistischen Kämpfer so hart waren. Deswegen gibt es gerade mehr Frauen als Männer. Wenn eine Frau jetzt heiraten will, will sie außerdem einen reifen Mann.'Im Jahr 2014 wurde Mossul zur selbsternannten Hauptstadt des IS. Davor war es eine Stadt, in der viele Muslime traditionell und konservativ lebten. Selten waren Frauen zum Zeitpunkt ihrer Hochzeit älter als 20 Jahre. O-Ton Waed al-Halali, Besitzer eines Brautmodengeschäfts:'Wir lebten während der IS-Herrschaft unter erschwerten Bedingungen. Jetzt müssen alle wieder neu anfangen. Wir kriegen keine Löhne. Dreiviertel aller jungen Männer haben das Land verlassen. Es gibt weniger Hochzeiten.'Viele Männer könnten sich eine Hochzeit gar nicht erst leisten. Dutzende Parlamentsabgeordnete wollen jetzt ein Gesetz auf den Weg bringen, um Paare bei der Familiengründung finanziell zu unterstützen. Das soll Männern wie Frauen erleichtern, ihr Leben nach den Kämpfen weiterzuführen.

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