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Schmelzende Gletscher bedrohen Menschen in Nepal
13.12.18

Schmelzende Gletscher bedrohen Menschen in Nepal

Hunderte Gletscherseen sind in den vergangenen Jahrzehnten im Himalaya-Gebirge in Nepal durch den Klimawandel und die Gletscherschmelze entstanden. 21 davon stellen laut Experten ein Risiko für die Bevölkerung dar.

Der Imja-See in Nepal. Das idyllisch anmutende Gewässer in der Nähe des Mount Everest ist eine tickende Zeitbombe. Denn der Gletschersee wird durch einen natürlichen Damm aus Geröll aufgestaut, der jeden Moment brechen könnte.O-Ton Phudoma Sherpa, lebt in der Nähe des Sees:'Wir haben gehört, dass der Damm brechen könnte. Das ist beängstigend. Wir haben Angst, dass das passieren könnte, weil der See ständig wächst.'Hunderte solcher Seen sind in den vergangenen Jahrzehnten im Himalaya-Gebirge durch den Klimawandel und die daraus resultierende Gletscherschmelze entstanden. 21 davon stellen laut Experten ein Risiko für die Bevölkerung dar. Der Imja wächst von allen am schnellsten, Ende 2016 war er bereits über zwei Kilometer lang.O-Ton Valérie Julliand, Vereinte Nationen:'Die Seen können jeden Moment brechen, wenn kein Wasser abgelassen wird. Das ist eine große Bedrohung für die Bevölkerung. Es könnten plötzlich hunderttausend Kubikmeter Wasser bergab fließen und alles wegspülen. Und wenn ich sage alles wegspülen dann meine ich Häuser, Existenzen, Menschen und Nutztiere.'2016 begannen die Behörden am Imja Wasser abzulassen, mithilfe eines Kanals. Doch andere Gletscherseen wachsen immer weiter und der Klimawandel schreitet fort. 'Wir haben das Gefühl, als würden wir für Fehler zahlen, die wir nie gemacht haben', sagte Nepals Präsident Bidya Devi Bhandari unlängst auf der UN-Klimakonferenz in Kattowitz.

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