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Streitthema Sterbehilfe: 'Meine Eltern starben Hand in Hand'
16.04.19

Streitthema Sterbehilfe: 'Meine Eltern starben Hand in Hand'

Geschäftsmäßige Sterbehilfe - ja oder nein? Was in der Schweiz seit Jahrzehnten zur Normalität gehört, wird in Deutschland kontrovers diskutiert. AFPTV hat in Berlin die Tochter eines Paares aus der Schweiz getroffen, die Sterbehilfe zum Ende ih

Sterbehilfe - kaum ein Thema wird in Deutschland derzeit so kontrovers diskutiert wie die geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung. Seit mehr als drei Jahren steht sie in Deutschland unter Strafe. Genau in dieser Zeit nahm sich ein älteres Paar in der Schweiz mit Hilfe des Sterbehilfevereins 'Exit' das Leben. Ein Vorhaben, in das die eigenen drei Kinder intensiv miteinbezogen wurden, wie eine Tochter in Berlin berichtet.O-Ton Hinterbliebene:'Wir hatten alle drei im Laufe der Zeit das Gefühl, dass meine Eltern wissen, was sie tun und dass sie das machen wollen. Und am Ende, dass sie Hand in Hand sterben konnten - mit uns dabei, das war ein unglaublich intensiver Prozess.'Gegner der geschäftsmäßigen Sterbehilfe befürchten einen Missbrauch und vermuten, kranke Menschen könnten unter Druck gesetzt werden. Sie befürworten den Ausbau von Hospizeinrichtungen sowie der Palliativmedizin. Befürworter wiederum verweisen auf allgemeine Persönlichkeitsrechte, die das Recht auf selbstbestimmtes Sterben einschließe. So wie im Fall des älteren Paares aus der Schweiz.O-Ton Hinterbliebene:'Es muss einfach klar sein, und das wurde vorher bestimmt von zwei Ärzten, dass sie selber das Getränk zu sich nehmen konnten.'Die Berlinerin hat den Sterbeprozess ihrer Eltern mitbegleitet. Ob sie selber auf diese Art aus dem Leben scheiden will, weiß sie heute noch nicht. O-Ton Hinterbliebene:'Für mich ist das sehr klar, dass es etwas Individuelles ist und ich würde es allen Menschen so sehr wünschen, dass sie das so machen können, wie es für sie stimmt.'

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