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Videografik: So wirken Impfungen
11.09.19

Videografik: So wirken Impfungen

Impfen oder nicht? Welche Nebenwirkungen und Risiken birgt dies? Ist eine Impfpflicht nötig? Solche Fragen beherrschen die Impfdebatte auch in Deutschland. Mit einem Weltimpfgipfel am Donnerstag in Brüssel wollen die Europäische Kommission und d

Wenn ein Krankheitserreger - also ein Virus oder ein Bakterium - in den Körper eindringt, vermehrt er sich und greift Zellen an. Das ist eine Infektion.Wenn das Immunsystem den Fremdkörper erkennt, setzt es auf zwei Strategien zur Verteidigung; es greift dabei auf seine Helfer, verschiedene weiße Blutkörperchen, zurück. Bei der angeborenen Immunreaktion stehen Makrophagen im Mittelpunkt. Diese Riesenfresszellen verleiben sich die Eindringlinge ein und zerstören sie so. Andere Fresszellen fangen Giftstoffe ein und vernichten sie. Diese schnelle Vor-Ort-Reaktion kann die Infektion stoppen oder verlangsamen.Manchmal reicht das aber nicht. Hier kommen die Lymphozyten ins Spiel. Sie können den Eindringling dank seiner Molekülstruktur, des Antigens, erkennen.Die Lymphozyten sind jeweils auf ein bestimmtes Virus oder Bakterium spezialisiert. Wenn sie dieses identifizieren, vermehren sie sich.B-Lymphozyten - oder kurz: B-Zellen - können Antikörper herstellen. Die Antikörper docken sich an die Antigene an und machen sie unschädlich; Fresszellen können sie dann vernichten.T-Lymphozyten - oder T-Zellen - identifizieren und zerstören infizierte Zellen.Das Problem: Beim ersten Kontakt mit einem Antigen ist die Immunreaktion langsam. Sie braucht mehrere Tage bis sie greift - man wird krank.Allerdings erinnert sich der Körper an seine Feinde: Nach einer Infektion merken sich Antikörper und Lymphozyten jeden Eindringling - und registrieren, wenn er noch einmal auftaucht. Die Immunantwort ist dann viel schneller; der Körper kann den Erreger unschädlich machen, bevor die Krankheit ausbricht.Impfungen setzen auf diesen Erinnerungsvermögen des Immunsystems. Das Verabreichen des Serums simuliert eine Infektion und ermöglicht es dem Körper, Abwehrmechanismen gegen den Erreger zu entwickeln.Impfstoffe können tote oder abgeschwächte Erreger enthalten, oder einen Teil des Erregers. Die Impfung bewirkt eine Immunreaktion, ohne dass es zur Krankheit kommt.Der Organismus produziert Lymphozyten, die sich an den Eindringling erinnern, sowie Antikörper, um für einen erneuten Angriff gewappnet zu sein.Die Wirksamkeit der Antikörper und Lymphozyten kann mit der Zeit nachlassen. Deswegen müssen einige Impfungen von Zeit zu Zeit aufgefrischt werden.Quellen: INVS, INPES, UMPC, Institut Pasteur, OMS, französisches Gesundheitsministerium

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