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Völkermord in Ruanda: Die schwierige Rückkehr der Täter
07.04.19

Völkermord in Ruanda: Die schwierige Rückkehr der Täter

In einem Lager in Mutobo, im Nordwesten Ruandas, lernen ehemalige Rebellenkämpfer der Demokratischen Kräfte für die Befreiung Ruandas wie man sich wieder in die Gesellschaft integrieren kann. Zahlreiche Mitglieder der FDLR waren am Völkermord in

Joseph Kabalindwi ist ein ehemaliges Mitglied der Demokratischen Kräfte für die Befreiung Ruandas, einer Rebellenmiliz, die in der Demokratischen Republik Kongo agiert. Zahlreiche Mitglieder der FDLR waren am Völkermord in Ruanda 1994 beteiligt und flohen anschließend ins Nachbarland. Kabalindwi ist einer von mehr als 1500 ehemaligen FDLR-Kämpfern, die im November 2018 nach Ruanda zurückkehrten, weil sie in der Demokratischen Republik Kongo nicht länger geduldet wurden.O-Ton Joseph Kabalindwi, ehemaliger FDLR-Kämpfer:'Ich gehöre zu den ersten, die freiwillig ihre Waffen niedergelegt haben. Ich wollte den Frieden in der Region der Großen Seen fördern, insbesondere im Kongo und in Ruanda.'In diesem Lager in Mutobo, 100 km nordwestlich der Hauptstadt Kigali, lernen die ehemaligen Rebellen, wie man sich wieder in die Gesellschaft integrieren kann.Sie erhalten Gemeinschaftskunde. Der ehemalige FDLR-Kämpfer Focus Twiringiyimana macht eine Schneiderlehre. Er fordert die restlichen Rebellen auf, nach Ruanda zurückzukehren.O-Ton Focus Twiringiyimana, ehemaliger FDLR-Kämpfer:'Sie sollten zurück ins Land kommen, um für ihre eigene Entwicklung zu arbeiten. Sie verschwenden nur Zeit und es wird ihnen nichts nützen'.11.000 ehemalige Rebellenkämpfer wurden seit 1997 in diesem Lager betreut.Jede Gruppe verbringt drei Monate im Lager. Dann erhalten sie einen Ausweis und eine einmalige Zahlung von 66 Dollar, um ihr neues Leben zu beginnen.

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