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WHO schlägt Alarm wegen Zika-Virus
29.01.16

WHO schlägt Alarm wegen Zika-Virus

Wegen des vor allem in Südamerika grassierenden Zika-Virus hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Dringlichkeitssitzung einberufen. WHO-Chefin Margaret Chan zeigte sich besorgt, dass eine weltweite Ausbreitung des Virus bevorstehen könnt

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist in höchster Alarmbereitschaft. Das vor allem in Südamerika grassierende Zika-Virus verbreitet sich auf dem Kontinent derzeit explosionsartig. Allein in Brasilien sind 1,5 Millionen Menschen erkrankt. Aber auch in Europa sind erste Fälle bekannt geworden - darunter in Deutschland. Das Zika-Virus, das von einer Mücke übertragen wird, führt bei jedem fünften Erkrankten zu grippeähnlichen Symptomen und ist normalerweise nicht tödlich. Schwangere können das Virus allerdings auf ihr Ungeborenes übertragen. Es drohen Missbildungen, wie die so genannte Mikrozephalie - ein extrem kleiner Kopf. Seit Oktober wurden allein in Brasilien mehr als 3700 Babys mit dieser Fehlbildung geboren.O-Ton Margaret Chan, WHO-Chefin:'Ein Ursache-Wirkungs-Verhältnis zwischen einer Zika-Infektion und Missbildungen bei der Geburt oder neurologischen Syndromen ist noch nicht bewiesen, aber stark anzunehmen.'Die WHO will nun feststellen, ob es sich bei der Zika-Epidemie bereits um einen 'Notstand der öffentlichen Gesundheit globalen Ausmaßes' handelt. Bislang gibt es keine Medikamente für Erkrankte. Klinische Tests zur Entwicklung eines Zika-Impfstoffs sollen laut US-Experten noch in diesem Jahr beginnen. Bis ein wirksames Gegenmittel erforscht ist, können aber noch mehrere Jahre vergehen.

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