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Zivilisten fliehen vor Offensive aus Idlib
07.09.18

Zivilisten fliehen vor Offensive aus Idlib

Angesichts der drohenden Offensive auf die letzte syrische Rebellenbastion Idlib haben hunderte Zivilisten die Flucht ergriffen. Ein Gipfel des Irans, der Türkei und Russlands in Teheran dürfte über das Ausmaß der Offensive entscheiden.

Ein Flüchtlingslager an der türkischen Grenze nördlich der syrischen Provinz Idlib. Noch ist die Zahl der ankommenden Flüchtlinge überschaubar, doch sie steigt. Seit Tagen schon gibt es sporadisch Angriffe der syrischen Artillerie und der russischen Luftwaffe auf Gebiete am Rande von Idlib. Angesichts der drohenden Offensive verlassen immer mehr Zivilisten die letzte syrische Rebellenhochburg.O-Ton Abu Naser, Flüchtling:'Die Bombardierungen sind verrückt und willkürlich. Sie unterscheiden nicht zwischen Zivilisten und Soldaten. Sie beschießen Moscheen und andere Orte. Die Situation ist eine Katastrophe.'Bis zu 2.000 Menschen soll das Flüchtlingslager aufnehmen. Im Falle einer Offensive auf die von vorwiegend islamistischen Rebellen kontrollierte Provinz befürchtet die UNO bis zu 800.000 Flüchtlinge. Es droht eine humanitäre Katastrophe. Zur Stunde beraten der iranische Präsident Hassan Ruhani, der russische Staatschef Wladimir Putin und der türkische Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Teheran über Idlib. Die Türkei will laut Medienberichten einen Plan zum Abzug der bewaffneten Gruppen aus der Region vorlegen. Damit soll eine neue Fluchtwelle in die Türkei verhindern werden. Der syrische Machthaber Baschar al-Assad ist derweil entschlossen, die letzte Rebellenhochburg zurückzuerobern.

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