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Zwanziger: 'Vorwürfe sind absolut falsch'
13.08.19

Zwanziger: 'Vorwürfe sind absolut falsch'

Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger holt im Sommermärchen-Skandal zum Gegenschlag aus. Der 74-Jährige streitet die gegen sich erhobenen Anschuldigungen vehement ab und erstattet Anzeige gegen die zuständigen Ermittler wegen bewusst falscher

OTon: 1-4 Theo Zwanziger- 'Die Vorwürfe wegen Betrug und Steuerhinterziehung sind absolut falsch.'- 'Wenn man jemandem vorhält, dass er mit einer Zahlung täuscht, dann muss man nachweisen, wofür denn diese Zahlung geleistet wurde. Die Bundesanwaltschaft und die Fifa haben hier versagt. [...] Mohamad bin Hamman hat das Geld genommen, und andere werden nun verfolgt. Der Täuschungsaspekt ist nicht belegt.'- 'Das ist der Grund, warum wir gegen die beiden Ermittler Strafanzeige gestellt haben.'- 'Der zweite Aspekt: Herr Blatter ist nicht in den Ermittlungen genannt, obwohl er durch seinen Generalsekretär stark belastet wurde.'SID xms ek----weitere Informationen:Diez, 13. August (SID) - Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger hat alle Vorwürfe in Zusammenhang mit dem Sommermärchen-Skandal entschieden zurückgewiesen. Der 74-Jährige stellte Strafanzeigen gegen die Ermittler.Diez (SID) Das Brimborium in der Provinz begann mit einem Lacher des amüsierten Protagonisten. 'Ich komme mir vor, als wäre ich noch beim DFB', scherzte Theo Zwanziger beim Anblick der sieben Kamerateams, die am Dienstag in die 'Eifelstube' des Hotels Wilhelm von Nassau gekommen waren. Was der Ex-Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) danach in Diez an der Lahn zum Sommermärchen-Skandal zu sagen hatte, war aber alles andere als lustig.Zwanziger ritt in Zusammenhang mit der WM-Vergabe 2006 an Deutschland heftige Attacken gegen die Ermittlungsbehörden, den Weltverband FIFA, dessen Präsidenten Gianni Infantino und den früheren Skandalfunktionär Mohamed Bin Hammam. Das Ganze gipfelte darin, dass Zwanziger Strafanzeigen wegen 'falscher Verdächtigungen' gegen die Ermittlungsführerin der Frankfurter Staatsanwaltschaft sowie den Ermittler der Schweizer Bundesanwaltschaft (BA) und dessen Assistentin bestätigte.'Das alles hat mit Rechtsstaatlichkeit nichts zu tun. Ich bin dreieinhalb Jahre wie eine Sau durchs Dorf getrieben worden. Die deutschen und die Schweizer Strafverfolgungsbehörden haben versagt. Das sind keine Ermittlungen, das sind Märchen', wetterte Zwanziger: 'Der Verwendungszweck der Zahlung an den Ganoven Bin Hammam ist nicht geklärt. Das hätte zwingend die Einstellung des Verfahrens nach sich ziehen müssen.'Einmal in Rage, legte Zwanziger nach. 'Die FIFA ist ein kommerzielles Zirkus-Unternehmen. Sie könnte Bin Hammam zur Aussage zwingen und Licht ins Dunkel bringen. Aber die FIFA und Infantino schweigen und kungeln mit der Schweizer Bundesanwaltschaft. Das ist Kumpanei auf höchster Ebene', äußerte der 74-Jährige: 'Das wird auf dem Rücken der Beschuldigten ausgetragen. Das ist ein Skandal.'In der vergangenen Woche hatte die BA nach jahrelangen Ermittlungen Anklage gegen die WM-Macher erhoben. Es soll ein Prozess im Schnelldurchgang gegen die frühere DFB-Spitzenriege werden. Spätestens im April 2020 soll ein erstes Urteil fallen, um einer Verjährung zuvorzukommen. Den Beschuldigten drohen Geldstrafen und bis zu fünf Jahre Haft.Die ehemaligen DFB-Präsidenten Niersbach und Zwanziger, der einstige DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt sowie der frühere FIFA-Generalsekretär Urs Linsi haben nach Auffassung der BA 'arglistig über den eigentlichen Zweck einer Zahlung in der Höhe von 6,7 Millionen Euro getäuscht.' Sie machten sich demnach des 'Betrugs der Mittäterschaft' (Zwanziger, Schmidt, Linsi) bzw. der 'Beihilfe zum Betrug' (Niersbach) schuldig.Das Verfahren gegen den früheren OK-Boss Franz Beckenbauer wurde abgetrennt und wird separat weitergeführt. Grund ist der gesundheitliche Zustand Beckenbauers, der laut BA 'eine Teilnahme oder Einvernahme an der Hauptverhandlung vor dem Bundesstrafgericht nicht zulässt'. Der DFB wird als Privatkläger auftreten, 'um etwaige Ansprüche geltend zu machen'.Die BA hatte das Verfahren am 6. November 2015 eröffnet. Konkret geht es um die 6,7 Millionen Euro, die 2005 vom deutschen WM-Organisationskomitee über den Weltverband FIFA mutmaßlich an den früheren adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus überwiesen worden sind. Exakt diese Summe war drei Jahre zuvor offenkundig in Form von Vorleistungen von Beckenbauer und Louis-Dreyfus an Bin Hammam nach Katar geflossen.Für die Überweisung an die FIFA täuschten die WM-Macher 2005 vorsätzlich einen Anlass (WM-Kulturprogramm) vor. Weil sich die Zahlung durch die Verschleierung für den DFB allerdings später auch steuermindernd auswirkte, ermittelt auch die deutsche Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung. 'Das ist absurd', sagte Zwanziger dazu.Mitte Oktober des vergangenen Jahres hatte das Landgericht Frankfurt/Main beschlossen, auf die Eröffnung eines Hauptverfahrens zu verzichten. Dagegen hat die Staatsanwaltschaft Rechtsmittel eingelegt. Die Entscheidung des Oberlandesgerichts (OLG) steht noch aus. Die Anzeige Zwanzigers gegen die Ermittlerin wird von der Staatsanwaltschaft Darmstadt bearbeitet.SID as rd

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